I dag er det 67 år siden, nazisterne for alvor optrappede jødeforfølgelserne i Tyskland. 7500 forretninger blev vandaliseret, 91 mennesker blev dræbt og mellem 25.000 og 30.000 sendt i koncentrationslejr. Den slags må ikke gentage sig!
Ironisk nok er 9. november samtidig årsdagen for Berlinmurens fald.

Hvis man kan tysk eller mere avanceret, kölsch dialekten, har det aldeles oversete (tyske) orkester BAP leveret følgende sang om krystalnatten. Her pastet ind i Hoch-deutsch udgaven…
Kristallnacht
Es kommt vor, daß ich meine, daß etwas klirrt,
daß sich irgend etwas in mich verirrt.
Ein Geräusch, nicht einmal laut,
manchmal klirrt es vertraut,
selten so, daß man es direkt durchschaut.
Man wird wach, reibt die Augen und sieht
in einem Bild zwischen Brueghel und Bosch
keinen Menschen, der um Sirenen etwas gibt,
weil Entwarnung nur halb soviel kostet.
Es riecht nach Kristallnacht.
In der Ruhe vor dem Sturm – was ist das?
Ganz klammheimlich verläßt wer die Stadt.
Honoratioren inkognito hasten vorbei
– offiziell sind die nicht gerne dabei,
wenn die Volksseele – allzeit bereit –
Richtung Siedepunkt wütet und schreit:
“Heil – Halali” und grenzenlos geil nach Vergeltung brüllt,
zitternd vor Neid in der Kristallnacht.
Doch die alles, was anders ist, stört,
die mit dem Strom schwimmen, wie es sich gehört,
für die Schwule Verbrecher sind,
Ausländer Aussatz sind, brauchen wer, der sie verführt.
Und dann rettet keine Kavallerie,
kein Zorro kümmert sich darum.
Der pisst höchsten ein “Z” in den Schnee
und fällt lallend vor Lässigkeit um:
“Na und? – Kristallnacht!”
In der Kirche mit der Franz Kafka-Uhr,
ohne Zeiger, mit Strichen darauf nur,
liest ein Blinder einem Tauben Struwwelpeter
vor hinter dreifach verriegelter Türe.
Und der Wächter mit dem Schlüsselbund hält
sich im Ernst für so etwas wie ein Genie ,
weil er Auswege pulverisiert und verkauft gegen Klaustrophobie
in der Kristallnacht.
Währenddessen, am Marktplatz vielleicht,
unmaskiert, heute mit einem wahren Gesicht,
sammelt Steine, schleift das Messer,
auf die, die schon verpetzt,
probt der Lynch-Mob für das jüngste Gericht.
Und zum Laden nur flüchtig vertäut
– die Galeeren stehen längst unter Dampf –
wird im Hafen auf Sklaven gewartet,
auf den Schrott aus dem ungleichen Kampf
aus der Kristallnacht.
Da, wo Darwin für alles herhält,
ob man Menschen vertreibt oder quält, da,
wo hinter Macht Geld ist, wo stark sein die Welt ist,
von Kuschen und Strammstehen entstellt.
Wo man Hymnen auf dem Kamm sogar bläst
in barbarischer Gier nach Profit,
“Hosianna” und “Kreuzigt ihn!” ruft,
wenn man irgendeinen Vorteil darin sieht,
ist täglich Kristallnacht.
Wolfgang Niedecken/1982